10. November
Lass uns unsere letzten Worte als Abschied stehen lassen. Es gibt nun nicht wirklich noch etwas hinzuzufügen oder nachzutragen. Sei und bleibe du dort, wo dein Herz ist. Auf mich wartet irgendwo ein anderer Weg.
8. November
Langsam erreicht mich das Verstehen. Nun schweigst du wieder. Keine Worte mehr, du versuchst dich in Taten.
Sprachlosigkeit. Schweigen. Die schlimmste Strafe, die größte Folter, die ich mir denken kann.
Sprechen zu können, wenn niemand zuhört, war der Grund, diese Seite zu beginnen...
7. November
Ein ganz besonderes Gefühl empfinden. Eines, wie man es noch niemals hatte. Etwas völlig Verrücktes tun, ohne Angst zu spüren.
Einen Menschen ohne jeden Anspruch lieben. Ich ahnte nicht, wie schön dies sein kann.
Etwas in dir schickt unablässig Wärme in mein Herz. Zum ersten Mal fürchte ich nichts.
6. November
Abseitsrätsel
Abseits ist also, wenn eine aktiv am Geschehen beteiligte unmoralische Person den einen Tick zu weit vorm falschen Tor steht, wenn endlich Bewegung ins Spiel kommt?
Mag sein...
Ich sage, Abseits ist, wenn deswegen einer die Fahne hebt... Und darauf warte ich erst noch, bevor ich den Lauf einfach aufgebe.
5. November
Wut! Rot glühende, brennende Wut. Ein Gefühl, das ich mir viel zu selten gestatte. Jetzt aber lasse ich ihm freien Lauf. Lasse es ungehindert leben. Irgendwie tut das gerade gut. Zur Abwechslung mal richtig unbeherrscht sein.
Was bildet sie sich bloß ein? Was denkt sie sich, jetzt wieder bei mir anzukommen? Einfach so, mal eben so ganz nebenher?
Ich bin sprachlos. Fassungslos.
4. November
Als die Welt dann innehielt, für einen Augenblick, wand ich mich aus diesem Schmerz, aus der Erniedrigung, und beschloss, neuen Mut zu fassen.
Nicht zu früh, denn schon einen Herzschlag später stampfte das Leben unerbittlich wie ein Sturm weiter Richtung Ende, wirbelte mich durch seine Lüfte, jagte meine kraftlos gewordene Existenz auf seinen Winden gen Zukunft.
Da konnte ich mich noch so wehren. Noch so voller Entsetzen jammern und klagen, diese Macht kennt kein Erbarmen, kein Nicht-mehr-Wollen, kein Stehenbleiben.
2. November
Auf eine sehr besondere Weise so ganz voller Gefühl sein und dennoch nichts empfinden. Ein fast apathischer Zustand vollendeter Fassungslosigkeit.
Wortlos gebe ich dir zurück, was ich dir nie genommen hatte. Schweigend bist du wieder ganz bei dir.
Wenn alles gesagt ist, fällt einem immer noch so vieles ein... Der permanente Nachtrag als Fortsetzung des Dialoges mit anderen Mitteln.
29. Oktober
Zu welch seltsamen Versprechungen sich Menschen immer wieder hinreißen lassen. Sie wollen "für immer" beieinander bleiben. Oder "nie wieder" zueinander in Kontakt treten.
*ein_letztes_lächeln_für_dich*
Du wolltest mein Wort darauf, dass ich dich "für immer" aus meinem Leben entlasse. Bitte, hier ist es...
Aber wovor fürchtest du dich eigentlich so? Vor mir oder doch eher vor dir selbst? Hast du Angst, ich könnte dir zu nahe kommen? Oder befürchtest du, doch nicht so einfach von mir gehen zu können?
238 E-Mails in 38 Tagen. Ein bisschen wahnsinnig sind wir beide schon.
So, nun geh halt deiner Wege, du wirst nicht mehr von mir hören. Auch nicht auf diesen Seiten...
27. Oktober
Gerade fällt mir ein, wie oft ich mich schon gefreut habe, über diese geschenkte Stunde. Zeitumstellung. Heute sehe ich darin mehr, als das rein uhrentechnische Ereignis. Auch ich stelle gerade meine Zeit um. Von Trauer und Wut auf Einsicht und Hinnahme.
Und gleichzeitig empfinde ich in meiner Zwischenzeit die Vorstellung eines noch länger dauernden Tages als quälende Belastung. Wie froh ich in den letzten Tagen war, wenn ich endlich beschließen konnte schlafen zu gehen.
Und doch fühle ich jetzt auch ein wenig Freude über zwei außergewöhnliche Monate großer Intensität. Eine sehr besondere Geschichte hat sich ereignet. Und auch wenn sie nur sehr kurz war, sie war es wert erlebt zu werden. Ich bereue keine Minute mit dir. Und ich anerkenne deine Entscheidung, im Grunde hattest du auch keine Wahl. Wünsche dir Glück auf all deinen Pfaden. Sag mir, wenn ich dir helfen kann. Ich werde tun, was möglich ist.
23. Oktober
Und dann morgens erwachen und wissen: JA. Was passiert ist, ist real. Unwiderrufliche Tatsache. Nicht mehr zu ändern. Teil meines Lebens, meiner Geschichte, meiner Erinnerung. Aber schon nicht mehr meiner Gegenwart oder Zukunft. Und dann wenigstens wieder atmen können.
22. Oktober
13:04 - Die kalte Hand deines Verlusts ergreift meine Seele. Krümmt mich. Nicht zu wimmern wie ein Kind kostet mein Herz. Nur das Zittern meiner Hände kann ich nicht mehr abstellen.
11:13 -
'Ich liebe dich' sagst du und meinst nicht mich.
'Geh für immer' sage ich und meine 'Komm zurück'.
Gleichmäßig und still fällt sanfter Regen aus dem Nebel.
Jetzt ist gerade einer dieser Momente, in denen das Leben seine zärtliche Seite zeigt.
21. Oktober
18:14 - So wie andere mit ihren Reizen, so spielst du mit deinen Worten, setzt sie ein, erhaschst Effekte, sonnst dich in der Macht, die dir dein Können verschafft.
16:40 - Dich loslassen soll ich. Hatte ich denn je die Macht, dich zu halten?
12:30 - Dachtest du wirklich, es täte zum Schluss weniger weh, weil du nur sehr selten gesagt hast 'Ich liebe dich'?
11:45 - Und ich sehe deine Buchstaben, deine Worte, deine Sätze. Mein Kopf erfasst ihren kalten Sinn. Mein Herz verschließt sich ihrer Bedeutung.
Ich starre sie schon so lange an, warte auf den Schmerz, der nun doch kommen sollte. Fühle nichts... Nur Kälte, eisige Kälte die durch meinen Körper zieht, von überall sich der Seele nähert. Eiszeit.
6:30 - Es sind so oft die seltsamen, kleinen Dialoge, die unser Leben prägen. Die so scheinbar nebenbei geführten Gespräche. Diese achtlos gesagten Worte, die in der Erinnerung kleben bleiben.
Glück, was ist das? Der Abstand zwischen zwei Missverständnissen? Die Zeit zwischen zwei Traurigkeiten? Die Augenblicke voller Illusion, geliebt zu werden?
Unaufhaltsam dämmert der Morgen. Ein so wunderschöner, begnadeter Moment im Leben des bereits erwachten aber immer noch so friedlich daliegenden Tages.
Einmal ganz kurz die Welt umarmen und dann schlafen gehen.
17. Oktober - - -
Es gibt Gefühle, die vertragen kein Tageslicht. Sobald sie hervortreten verpuffen sie zu einer Handvoll Staub, die der leiseste Hauch eines Windes hinweg weht.
Fliege Staub, fliege bis in alle Ewigkeit. Ich werde nicht einmal versuchen, dich zu halten. Ich sehe dir nach ohne Tränen.
Einzig das leise Zittern meiner Hände erinnert an das Unbegreifbare.
Die Schönheit des herbstlichen Waldes. Wie riesige, hell lodernde Fackeln stehen die Bäume. Fanal des Winters. Feuerzeichen der Natur.
16. Oktober - - - II.
Ein ganz großes Gefühl und die immense Leere zu vieler Fragen und Ängste und des Vermissens.
Ab einem bestimmten Ausmaß erreicht das ZU VIEL dieselbe Qualität wie das GAR NICHT.
Ich liebe dich.
Zeige dir meine Tränen nicht.
Hoffe auf ... ich weiß nicht was. Schwarze finstere Nacht. Stille im Netz, du antwortest nicht mehr. Es tut weh.
16. Oktober - - - I.
Meine Gedanken sind wie ein riesiges, unendliches Meer. Mal liegt es still da, mal tobt es. Nie ist es aber ganz ohne Bewegung. Und auf diesem Wasserspiegel formen sich Bilder. Mal sind es Schatten, kaum klar erkennbare Bewegungen. Aber dann sind es auch urplötzlich gigantische, imposante Gebilde, die sich himmelhoch aus dem Wasser erheben, wie Skulpturen. Glitzernde, tanzende Abbilder meiner Gefühle.
Eine freundliche Stimme aus dem Netz hat mir geschrieben, dass auch sie in ihrem Leben schon oft enttäuscht worden sei. Nun frage ich mich, ob ich mich eigentlich enttäuscht fühle. Und empfinde immer heftiger: Nein!
Das Leben birgt in sich eine gewisse Tragik. Und Gefühle zu durchleiden, die in unserer Seele schmerzen, ist ein grausamer, unbarmherziger Prozess. Aber so normal wie eine Krankheit, oder wie die letztendliche Tragik, die unser Tod besiegelt.
15. Oktober - - -
Herztaumel.
Nachtgedanken ziehen langsam, voller Schwere durch den Raum. Finstere Stunden der Nachdenklichkeit. Seziertisch der Emotionen.
Eine Sternschnuppe entpuppt sich als Flugzeug. Wind streicht durch die Bäume. Unwirkliche Stille voller Geräusche.
Immer noch klingst du in mir. Ziehst Bahnen um mein Herz. Wo ist der Anfang und wo das Ende? Die Wirklichkeit dreht sich im Kreis.
Dämonin, deine Existenz wirft Fragen auf. Ob du real bist oder ein Teil von mir. Traum oder Wirklichkeit. Gibt es dich dort in diesem dunklen Netz nur oder trittst du auch heraus ins Licht.
Deine Berührungen sind so wirklich, so ganz und gar voller Leidenschaft und Leben.
Will ich mich an dich verlieren?