kurtzgeschichten.de Eva

Tagebuch einer irrtümlichen Liebe

17. Tag: Der dritte Montag danach

Seit Tagen bin ich völlig konfus. All meine Gedanken kreisen um dich. Mein Verstand verschwendet seine Kapazität, indem er fast ausschließlich auf ein Zeichen von dir wartet. Ich bin noch keinen Schritt weiter gekommen! Und wenn du dich jetzt wirklich zu Wort meldest, dann geht das ganze Drama nahtlos weiter. Ich will das nicht! Wie kann ich meinen Geist nur zwingen, an etwas anderes zu denken? Wie nur?

Ich werde nun versuchen, regelmäßiger über meine eigentlichen Gefühle nachzudenken, ihnen nachzuspüren und sie zu Papier zu bringen. Ich werde meine Schreiben auch möglichst nicht mehr als Zwiesprache mit dir gestalten. Ich werde Distanz einführen... So wie du dies mir gegenüber problemlos konntest. Du brauchtest nur zu sehen, dass meine Lebensführung nicht mit der deinen harmoniert und schon war das Thema für dich entschieden. Es ist mir immer noch unfassbar. Aber es bildet eine Tatsache.

Der Samstag davor

An diesem Samstag vor jenem Sonntag auf den jener Freitag folgte, hat sie mich ganz früh angerufen. Ich war gerade erst aufgestanden. Sie hätte die ganze Nacht nicht schlafen können. Ob ich in den Wald ginge. "Ja", sagte ich, "das hatte ich vor." "Warte auf mich, ich komme mit", entschied sie. Warte auf mich... Tja und so kam sie zu mir. Wir fuhren gemeinsam raus. Mit meinem Auto. Das hatten wir noch nie gemacht. Wir hatten uns sonst immer erst auf dem Waldparkplatz getroffen. Es war eine seltsam fremde Nähe zwischen uns entstanden.

An unseren Spaziergang kann ich mich kaum erinnern. Wir haben anschließend gefrühstückt. In meiner Wohnung, die, sowieso eine Baustelle, zu allem Elend auch mein inneres Durcheinander in völliger Unaufgeräumtheit widerspiegelte.

Wir haben den ganzen Tag und den Abend miteinander verbracht. Wir haben geredet. Viele stille Gespräche. Wir waren uns unendlich nahe. Sie hat zwei Stunden lang in meinem Bett geschlafen. Ich habe in der Zwischenzeit den Text eines Liedes für sie übersetzt.

Spät am Abend, es muss gegen 22 Uhr gewesen sein, fuhr sie dann nach Hause. Ich blieb zurück in einer Gefühlsmischung aus innigster Nähe und tiefster Trauer. Ich spürte wohl bereits, was da wie eine dunkle Wolke auf mich zukam.

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Erste Ausgabe am 1. August 2002 - Zuletzt geändert am 28.02.2006
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