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Tagebuch einer irrtümlichen Liebe 24. Tag: Der vierte Montag danach Seit Samstag abend zwingen mich meine Tränen auf die Knie. Als öffnete sich ein Vorhang, stand plötzlich die Erkenntnis vor mir, dass es nicht darum geht, darauf zu warten, dass dieses Gefühl vergeht. Es wird nicht vergehen. Und solange ich sie nicht mehr sehe und sie mir somit keinen Anlass liefern kann, sie nicht mehr zu mögen oder mich von ihr abzuwenden, so lange wird diese Liebe in mir weiterleben. Und es geht nun einfach darum zu lernen, mit dieser Liebe und ohne den Menschen zu leben, den sie betrifft. Diese Erkenntnis ist so bitter. Und so schmerzhaft. Mir ist regelrecht elend. Und all dieses Grauen wird umrahmt von diesem herrlichen Sonnentag, dem vielstimmigen Gesang der Vögel, dem Rufen und Lachen all derer, die sich in Ruderbooten über den See bewegen. Könnte ich die Schönheit dieses Tages doch nicht nur sehen, sondern auch empfinden. Ich war mir so sicher, dass ich mich niemals so rückhaltlos in einen Menschen verlieben würde, der dieses Gefühl nicht erwidert. Ich war so sicher, dass du mich liebst. Ich habe geträumt, man hätte mir mitgeteilt, ich würde unrettbar in den nächsten Monaten sterben müssen. Und in meinem Traum bin ich noch einmal zu dir gegangen, und habe mich verabschiedet. Und in dieser Situation, in der du sicher wusstest, dass ich nicht lange in deinem Leben bleiben würde, in dieser Situation konntest du mich lieben. |
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Erste Ausgabe am 1. August 2002 - Zuletzt geändert am 28.02.2006 All Rights Reserved. © 2002 www.kurtzgeschichten.de |