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Tagebuch einer irrtümlichen Liebe 66. Tag Ich habe seit Wochen kaum eine Zeile geschrieben. Und auch jetzt muss ich mich regelrecht an die Tasten zwingen. Ich fühle mich wie ein schwarzes Loch. Alle Gefühle und Impressionen verschwinden in mir und tauchen nie wieder auf. Genauso lange, wie ich nicht mehr schreibe, bin ich auch schon krank. Obwohl ich doch eigentlich nie krank war. Und wenn es mich mal erwischt hatte, dann war ich nach ein paar Tagen wieder auf den Beinen. Und jetzt? Seit mindestens drei Wochen bin ich ständig schlapp. Ich schlafe kaum. Ich träume nichts mehr. Ich denke nur im Rahmen der Sachzwänge. Ich fühle nicht einmal mehr richtige Trauer. Ist es das jetzt, das Ende dieser Misere? Oder habe ich lediglich völlig den Kontakt zu mir selbst verloren? Diese Variante klingt leider wahrscheinlicher. Und deshalb sagte ich vor ein paar Stunden zu mir: "Du wirst dich heute an den Rechner setzen und schreiben. Egal was aufs Papier kommt, du schreibst!" Und seitdem ich diesen Entschluss gefasst habe, denke ich zum ersten Mal wieder im Dialog mit dir. Und obwohl mich dieser stumme Dialog auf der einen Seite freut, wie einen eine alte Gewohnheit eben erfreut, ängstigt mich auf der anderen Seite diese Selbstverständlichkeit. Du gehörst nicht mehr zu meinem Leben. Und du wirst nie wieder dazu gehören. Also verschwinde auch endlich aus meinen Gedanken. Du bist seit nunmehr exakt drei Wochen Vergangenheit. Verschwinde! |
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Erste Ausgabe am 1. August 2002 - Zuletzt geändert am 28.02.2006 All Rights Reserved. © 2002 www.kurtzgeschichten.de |